Samstag, 21. September 2013

Schärtenspitze mal anders am 21.9.13

So, es soll endlich wieder schön Wetter werden zeit werds, mi juckts in den Fiaß ( Füße ). Am Sonntag ist der bessere Tag voraus gesagt, aber wies der Zufall will hab ich da keine Zeit  .
Also bleibt nur der Samstag übrig. Laut Wetterprognosen zwar nicht unbedingt sonnig, aber dafür trocken, so heißt es.....


Da ich am Hintersee noch etwas recherchieren muß, dacht ich mir die Schärtenspitze passt ganz gut um alles nötige im Blick zu haben. 

Ankunft am Hintersee, und soweit alles in Ordnung, schöner Blick auf den Watzmann und die Blaueisprominenz.




Also am Parkplatz Seeklause ( Holzlagerplatz ) geparkt und Abmarsch in Richtung Blaueishütte. 
Kurz nach dem Abmarsch zeigen erste Blicke, das sich aus dem Westen irgendwie dunkle Wolken annähern.
Blick nach oben  - Blaue Himmelslöcher zu sehen - weiter gehts.

Nach ca. 1 Stunde Marsch wird es dann immer dunkler - Blick nach oben - Hm, keine Himmelslöcher mehr . 
Da ich aber nur noch wenige Schritte von der Schärtenalm entfernt bin, geh ich weiter um mir bei einem Kaffee mein weiteres Vorgehen zu überlegen. Ich hatte noch nicht mal angefangen zu überlegen, geschweige denn ein paar Schritte gemacht, ging's auch schon los - Es beginnt zu TRÖPFELN !!!

Also zweiter Gang eingelegt und weiter zur Schärtenalm, wo es aus dem Kamin schon ordentlich qualmte. An der Alm angekommen, freu ich mich schon auf einen warmen Kaffee, hört es doch tatsächlich wieder auf zu tröpfeln.
Blick nach oben - Keine blauen Löcher. Guter Rat ist nun teuer, aber ich beschließe die Salamitaktik anzuwenden. Stück für Stück weiter.... 




Also weiter zur Blaueishütte. Auf dem Weg weiter im leichten Auf und Ab und um die Linkskurve gebogen hauts mich fast nieder. 










Tiefe Wolken und es sieht ned so aus als wird es die nächsten 5 min besser.







Wieder grübeln, und als ich so grübel kommen mir schon drei Tourenabbrecher entgegen..... " Oben regnet's schon " bekomme ich zu hören. Kaum ausgesprochen, ist oben gleich unten - es beginnt zu regnen.
Was nun, den die Entfernung zur Blaueis ist die gleiche wie zur Schärtenalm.  ???
Ich überleg nicht lang, und weiter gehts im flotten Tempo Richtung Blaueishütte. Als die Forststraße endet und der Steig hinauf zur Hütte beginnt, kommen mir wieder eine handvoll Abbrecher entgegen.......
Jaja, ich weiß:" Oben regnet es ". Ich lasse mich nicht beirren, den wenigstens der Kaffee auf der Hütte ist der MEINE . 

























Trübe Aussichten





Nach zwei Stunden Geh- und Bedenkzeit Ankunft auf der Blaueis. Anders als üblich, fast keine Bergsteiger da, nur 8 Leute auf der Hütte. Seltenheitswert !!!






Also MEINEN Kaffee auf der Terrasse zu Leibe geführt als es auch noch s...kalt wird. Auch ein paar Kletterer treten den Rückzug ins Tal an, zwei andere junge Gipfelstürmer wollen wiederum unbedingt dem Hochkalter auf den Hut steigen. Die Wolken hängen tief und es ist auf einmal auch zappenduster, so als hätte einer das Licht ausgedreht.
Nachdem es immer noch regnet und sich unter den Regen leichte Schneeflocken mischen, beschließen zwei Kletterer dem wärmenden Tee kräftig Rum beizumischen.
Ich und die beiden Hochkalteraspiranten, wollen noch etwas abwarten, zumal sich auf der anderen Seite Richtung Hintersee und Reiteralpe etliche Sonnenstrahlen zeigen.
Es ist immer noch s...kalt und man kann sich ohne Bewegung im Freien fast nicht mehr erwärmen. 





Nach gut 1,5 Stunden in, um und außerhalb der Hütte, hört es endlich auf zu regnen. Da ich eh schon beschlossen hab, falls es nicht aufhört zu regnen die Tour abzubrechen, gehts sofort los - nein nicht Richtung Tal, sondern Richtung Gipfel.




Auch die Zwei anderen Bergsteiger brechen mit mir auf. Die Wolken hängen immer noch sehr tief, und so ist von der Blaueisspitze nur der Wandfuß zu sehen. 


Als wir zur Weggabelung Richtung Schärtenspitze und Hochkalter kommen, verhüllt der Nebel den Aufstieg zum Schönen Fleck komplett. Nur die Schärtenspitze ist bis jetzt noch sichtbar.
Wir verabschieden uns und ich wünsche den beiden viel Glück für ihr Vorhaben, wobei ich doch ein paar Sorgenfalten dabei auf der Stirn habe.


Blick hinauf zum Schönen Fleck
Ich schreite weiter zum Aufstieg. Immer im Blickfeld ( oder es sollte normalerweise so sein ) die Blaueisspitze.
Kurz vorm Wandfuß zieht der Weg links hinüber und weist auf einen Riegel zu. Hier beginnt der Aufstieg zur Schärtenspitze. Es geht anfangs über eine kleine Leiter bergauf , bevor ich dann in eine Rinne gelange.
Die Rinne ist gut mit einem Seil versichert. Aufgrund von Schneeresten und losem Geröll entscheide ich mich aber etwas nach links auszuweichen. Es geht steil hinauf, bis ich die Rinne nach rechts verlasse.

Hier ist noch ein guter Punkt um die beiden anderen Bergsteiger zu erspähen, die sich gerade zum Schönen Fleck hinaufkämpfen. Aber nicht nur die beiden werden beobachtet, sondern auch ich.






































Ich fühle mich schon eine weile beobachtet, endlich hab ich die zwei Späher entdeckt. Gemütlich dank schon dickem Fell und einer wachsenden Fettschicht, scheints den beiden ordentlich zu taugen.








Es geht weiter über leichte Querungen unaufhaltsam Richtung Gipfel. Es geht in grober Richtung eines Kamins, der aber dann nach rechts über glatte Platten umgangen wird. Hier gewähren mir die Wolken einen kurzen aber schönen Blick hinunter zur Blaueishütte und in den Blaueisgletscher.
































Nach den Platten wird das Gelände wieder flacher, und ich komme dem Gipfel immer näher. 













Kurz vorm Gipfelaufbau gelangt man an die Gabelung die mich später hinunter zur Eisbodenscharte geleitet. Dazu aber später mehr...











































Nochmal eine kurze Kraxelei über den Felsen und so bin ich nach wenigen Minuten auf dem Gipfel der 2153m hohen Schärtenspitze. 



Schärtenspitze 2153m

Blick zum Steinberg und Stangellahner

















Hier ist man von prominenten Nachbarn nur so umgeben. Wenn es nicht gerade bewölkt oder neblig ist , lassen sich der Steinberg, Hochkalter, Blaueisspitze und natürlich nicht zu vergessen der Watzmann herrlich bewundern. Auch der Blick zur Reiteralpe hinüber ist durchaus erwähnenswert.


Blaueisspitze im Nebel
Mir ist dieses Glück heute leider nicht vergönnt, aber ich hatte schon so oft Glück mit gutem Wetter, das ich Petrus deswegen fast nicht böse sein kann. Aber beim nächsten mal wieder.
Ab u zu reist die Wolkendecke kurz auf und so lässt sich der Steinberg und das Plateau der Hochalm mit dem Stanglahnerkopf kurz erblicken. 
Auch der König gibt sich kurz die Ehre, ist aber heute etwas Fotoscheu -  bis ich die Kamera zücke ist nur noch ein kleiner Hauch von ihm zu sehen. Aber ich hab irgendwann noch eine Privataudienz mit dem Herrn.
Petrus ist mir nochmal gesonnen, und die Nebelschwaden verschwinden kurzweilig über dem Abstiegsweg. So kann ich kurz die Schneelage sondieren, da ich mir nicht sicher war ob der Abstieg möglich ist. 

Aber so ein Wetter hat auch etwas gutes, den so eine einsame und stille Tour wie bis zum Gipfel heute hatte ich sehr sehr selten.

Als ich vom Gipfel nach einer kalten halben Stunde wieder absteige, erkenne ich im Nebel drei Bergsteiger die in Richtung Gipfel unterwegs sind. Ich biege aber auf den Alternativen Abstiegsweg ein, und entschwinde im Nebel.....





.....über den Grat Richtung Eisbodenscharte. Wenig schwierig zieht der Pfad auf dem Grat entlang hinunter zur Scharte.






















Trotzdem sollte man trittsicher sein, vor allem im Herbst wenn die Felsen nass sind, kann ein Fehltritt schnell zum unbeabsichtigten Abstieg führen. Schade, das der Nebel die Sicht auf die Hochalm verwehrt, den die Wände fallen fast senkrecht am Grat ab.






















































































Ein Seil geleitet über den am meisten ausgesetzten Teil hinüber, bevor die Eisbodenscharte in Sichtweite gelangt. Von hier aus zieht sich der Steig dann über ein paar Sicherungen hinab zur Scharte.  Hier lag auch noch eine Menge Schnee im Steig, der zumal noch nicht begangen war. Ich war also der Erste und so auch allein.









In der Scharte sondiere ich erst einmal die Schneelage. Ich habe Glück, die Scharte ist ziemlich Schneefrei, aber der Fels ist naß.

Eisbodenscharte




















Ich habe mit Nässe keine großen Probleme, da meine Bergschuhe guten Grip auf nassen Fels bieten. Zudem ist der Steig die Scharte hinunter ziemlich Schroff, was den Tritt sehr erleichtert.




Rückblick über den Abstiegsweg


Also Abstieg Mutterseelen allein -  Im Zick Zack geht es flott tiefer, wenngleich sich auch hier kein Fehltritt einschleichen sollte. Als ich ca 2/3 geschafft habe, beschleicht mich ein mulmiges Gefühl bezüglich Steinschlag: Ringsum liegen frisch abgebrochene Steine, und die Wand über mir sieht auch sehr brüchig aus.






Da ich mein Glückspensum in Sachen Steinschlag für dieses Jahr bereits ziemlich ausgeschöpft habe, leg ich einen Schritt zu.








Ein kurzer Blick Richtung den Hund und dem Schottschmalhorn dahinter, kann ich mir aber trotzdem nicht verkneifen.





























































Am Grund angekommen, zieht sich der Weg über das Schotterfeld anfangs nach unten und quert dann nach links  zur Wand des Ausläufers der Schärtenspitze.











An der Wand sind auch wieder gut Markierungen zu erkennen.
Ein wenig gespenstisch ist es hier schon, Die gewaltigen Felsen ringsum, Totenstille und die Nebelschwaden tun ihr übriges, zudem werde ich das Gefühl wieder einmal nicht los beobachtet zu werden. 









Als ich kurz vor dem Geröllfeld bin, kann ich den Beobachter dann ca 15 m über mir in der Felswand erspähen:






Eine gut genährte Gams verfolgt  jeden Schritt von mir ganz genau.























Rückblick







































So geht es gemächlich bergab in Richtung Geröllfeld, das ich über große Steine in Richtung Bergwiesen der Hochalm quere.












Die Felsen weichen langsam den saftigen Weiden der Hochalm, und so dauert es nicht lange bis ich auf eine kleine Herde Schafe treffe.





































Die nehmen gerade ihr Mittagessen zu sich, als sich der Nebel kurz lichtet und mir einen grandiosen Blick auf den Stanglahnerkopf und den König gewährt. Bis ich meine Kamera gezückt habe, ist fast wieder alles im Nebel verschwunden....



































































Es geht weiter auf mittlerweile nassen und erdigen Weglein hinunter zur Hochalm.....
Dann aber jetzt Z.Z. ( ziemlich zügig ).































































An der Hochalm angekommen, ist von den benachbarten Bergen wieder nichts mehr zu erkennen.



Hier gabelt sich der Weg zur Hochalmscharte und hinunter zum Mitterkaser und dann weiter zur Eckenaualm. Dieser Weg soll der meine sein, und so gehts auf schmalem Steig hinunter. Der Weg ist naß und durch den glatten Fels relativ rutschig, so das ich aufpassen muß, daß ich nicht mal aus Versehen auf dem Hosenboden sitze.




















































Nach ca einer halben Stunde ist dann auf einer Lichtung die einsam gelegene Mitterkaser Diensthütte zu sehen. Der Weg gabelt sich wiederum und ich schlage den linken ein der zur Schärtenalm führt.



































Der wenig begangene Weg zieht sich durch schönen Mischwald um den Bergrücken herum. Nicht schwierig, aber doch manchmal sehr schmal verlangt er ein wenig Aufmerksamkeit.























































Nach gut einer halben Stunde gelange ich an eine nicht markierte Weggabelung, hier halte ich mich links und komme dann nach weiteren 15 min an der Diensthütte in der Nähe der Schärtenalm wieder heraus.







Ab hier geht es über die Forststraße wieder hinunter zum Parkplatz Seeklause.

Es geht eine Tour zu Ende bei der mir Petrus nicht ganz so gesonnen war, aber trotzdem hatte die Tour seinen ganz besonderen Reiz !


VG Ameranger


- ca 1400hm
- Aufstieg gute 3,5 Std
- Abstieg 2,5 Std bis 3 Std
- Trittsicherheit bei der Variante über die Eisbodenscharte
- Sehr lohnende Tour, vor allem bei Schönwetter





























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