Dienstag, 22. Dezember 2015

Zahmer Kaiser Überschreitung

Schon seit langem hatte ich eine Überschreitung über den Zahmen Kaiser geplant.  
         
Eigentlich war diese als Herbsttour gedacht, die mir leider nicht aus ging. Aber da der 

Winter auf sich warten lässt wird es halt eine ( Winter )Weihnachtstour....


Start war heute um 8 Uhr der Parkplatz der Aschinger Alm am Fuße des Zahmen Kaisers. 
Vom Parkplatz ging es auf der Teerstraße zunächst wieder talwärts bis zum Schlepplift. 





Hier biege ich links ab und gehe die Forststraße ein paar Meter bis ich rechts über die Weide abermals in den Wald abkürze.....






Sonnenaufgang






...auf der anderen Seite gelange ich abermals auf eine Wiese über die ich zur Forststraße hinab gelange.














Dieser folge ich dann, bis der Forstweg versiegt und in einen Steig übergeht.
Als ich an einem Rücken oben bin kürze ich über die steile Böschung geradewegs hinunter zur Forststraße ab, und spare mir so etliche Meter....











An der Forststraße angekommen, wird dieser bis zu einem.....
...Wegweiser gefolgt. Hier beginnt nun endlich der schöne Teil: Ich schlage den ersten Weg links hinauf ein.....









Über ausgetretene Wurzeln geht es sogleich Bergwärts.....




Immer gut markiert zeigt sich der Steig, und hilft mit etlichen Stufen den steilen Hang hinauf.









Eine Querung entspannt kurz, bevor...











...ich an diesen großen Steinen vorbei.....
...an diese Seilversicherte Querung gelange. Sieht spektakülärer aus als es ist: der Weg ist zwar sehr schmal, aber es geht auch nur ca 5 meter runter......


Als ich die "Schlüsselstelle"  hinter mir gelassen habe, gehts ans eingemachte: Der Steig zieht nun markant an, und bedarf sich sogar der Hilfe von Stufen......
Blick nach oben









In einem kleinen Schärtchen, hängt an einem Baum ein Schild, das dem Steig womöglich seinen Namen zu weist ?!: Musikantensteig.














Es geht immer ziemlich knackig nach oben, die Wadeln haben selten Ruhe......








Bis ich an eine Wand heran gelange, geschickt.....
.....steigt der Weg an ihr hinauf.


Blick zum Riezerkopf









Nun geht es noch einmal steil nach oben, aber über etliche Serpentinen ist auch dieses steile Stück schnell überwunden.
Nun gelange ich an eine kleine Gabelung: geradeaus gelange ich in wenigen Minuten zur Vorderkaiserfelden Hütte, und links springt ein Steigerl zu ....








... einer glatten mit Kletterrouten gebohrten Wand hinauf. 







Ich folge dem Wandfuß hinauf bis ich auf dem ...
Blick zur Vorderkaiserfeldenhütte

Heimköpfl 1388m 

...stehe. Von hier habe ich bereits einen phantastischen Blick ins Inntal !








Nach einer kleinen Pause folge ich dem Weg hinüber zur Hütte, bevor ich den markierten Steig hinauf Richtung Naunspitze folge.













In der Sonne ist es bedeutend wärmer als auf der Schattigen Nordseite.







Die letzten Meter hinauf zur.....


Naunspitze 1633m 

Auf der Naunspitze genehmige ich mir eine kleine Pause, wenngleich auch ein ungemütlicher kalter Wind mich nicht so Recht zum Verweilen animiert. Aber die Ausblicke auf das Inntal, Kufstein und auf Kiefersfelden suchen ihres gleichen......


Aber i will wieder weiter, und so geht's es wieder Retour bis zur kleinen Einsattelung unterhalb der Naunspitze. Von dort geht es in Östlicher Richtung weiter....


Rückblick


Tiefblick auf die Nordseite
Als ich an eine Gabelung oberhalb des erklommenen Riegels gelange, halte ich mich rechts und







..und folge der Latschengassen unschwer aber etwas eisig zum Gipfel des....

Petersköpfl 1745m 


Tiefblick zur Naunspitze







Ich verewige mich im Gipfelbuch und bestaune die Nordseite des Wilden Kaisers. 
Dann geht es wieder zurück.....
Wieder angekommen, geht's es über das weitläufige Hochplateau des Zahmen Kaisers zwischen den Latschen hindurch.....
Rückblick zum Petersköpfl









Der Weg verläuft ab u zu an der schattigen Nordseite, es ist teilweise etwas eisig, aber durchwegs gut zu gehen.....


So geht es doch relativ zügig voran, und ich steh schnell auf dem kreuzlosen Gipfel des ...

Einserkogel 1924m
















Es geht immer im leichten auf und ab weiter, nachdem ich den Zwölferkogel auch noch einen Besuch abgestattet habe. Dieser lohnt nicht einmal für ein Foto, aber fürs Gipfelbuch müsste dieser noch her....











Nachdem der Zwölferkogel hinter mir liegt, geht es hinab ins sogenannte Vogelbad.: Ein Durchschlupf der mit Seilen versichert ist....


Vogelbad
Blick ins Eggersgrinn


Nach dem Vogelbad geht es noch kurz zum weglosen Gipfel des  Elferkogel, der noch unspektakulärer ist....


Blick vom Elferkogel zum Grinnerkopf








Vom Elferkogel quere ich unterhalb des Gipfels wieder auf der Ostseite zum Normalweg hinüber.....









Nach dem dieser wieder erreicht ist, ist es nicht mehr weit zum nächsten Gipfel, den ich bereits sehe...









Relativ kurzweilig wird der Gipfel über die Westseite erklommen.

Pyramidenspitze 1997m

Am Gipfel lies ich es mir bei dieser ausgezeichneten Fernsicht gut gehn. Die Brotzeit wurde an einem windstillen Fleckerl verzehrt während ich übers Karwendel bis zur Zugspitze sehen konnte.
Blick zum Grinnerkopf
Grat zur Jovenspitze












Nach dem ich gut eine Stunde am Gipfel verbracht habe, ging es nun an den Abstieg. Ich hatte während der Brotzeit schon den Abstieg über den Gamsanger ins Winkelkar inspiziert.
Es liegt doch einiges an Schnee in der Wand.... Aber ich beschloss es doch zumindest mal an zu testen.....









Also gleich vom Gipfel weg steil hinunter, noch Schneefrei......









Die ersten Querungen gehen noch ohne Probleme in der warmen Sonne....








Dann geht es die erste Steilstufe über die Eisenklammern hinunter, auch ohne Probleme....
Nach der Stufe ist aber dann gehörig Schnee in der Flanke, eine Wegfindung gestaltet sich ebenfalls schwierig. Aber mit etwas Spürsinn und sehr gut ausgewählten Tritten geht es dann immer weiter den Grat zu....








Ganz ungefährlich ist diese Nummer nicht, der Schnee ist zum Teil Bretthart gefroren, ich habe sogar überlegt die Steigeisen anzulegen. Aber mit Tritte schlagen, geht es dann doch irgendwie.....




Ich weiche etwas vom weg ab, um dem Schnee etwas auszuweichen, die Wegmarkierungen sind sowieso fast nicht mehr zu sehen....
Blick zurück - durchwegs steil
Aber ich komme doch heil hinunter, zum Verbindungsgrat .





Es geht dann in einer Art Rinne steil hinunter in den Gamsanger, dieser hat seinen Namen nicht von irgendwo her: Es wimmelt hier nur so von Gemsen.....


... und die Steine samt Latschen fliegen nur so runter. Hier ist es extrem gefährlich, und ich schau das ich schnell hier weg komme, während das Gamsrudel sich das gleiche denkt.....










So komme ich am Fuß der Jovenspitze vorbei, diese war eigentlich nicht eingeplant, aber nach dem ganzen Schatten und Schnee im Abstieg, habe ich nun doch Lust auf Sonne und etwas Kraxeln......
Also suche ich mir die schönste Linie über die Grasschrofen hinauf.....








Immer so weit von der Wand weg, das die Gämsen nicht doch nochmal was werfen nach mir.....










Ich habe Glück und komme ohne weitere "Feindatacken" zum Gipfel der.....


Jovenspitze 1892m

Blick zur Pyramidenspitze
Grinnerkopf
Weils so schön warm und windstill ist, setz ich mich neben das Kreuz und genieße für dieses Jahr wohl das letzte Mal einen so schönen Gipfelausblick......







Aber auch der ist irgendwann leider mal vorbei, und so mache ich mich schweren Herzens wieder an den Abstieg ........
Walchsee








Es geht wie im Aufstieg durch die steile Grasflanke wieder rasant abwärts.....





Hier gings von der Pyramidenspitze runter








Bis ich wieder auf den Normalweg stoße.....


Winkelkar
Es geht dann im Zick Zack zum Teil Schneefrei und zum Teil schneebedeckt über Steile und schottrige Serpentinen ins Winkelkar hinein.....


Rückblick









Rasant geht es über die letzten größeren Schneefelder in das Kar hinein. Während ich weiter unten den Weg wieder eindeutig sehen kann, sei erwähnt das bis hierher oftmals keine Markierungen zu sehen waren. 





Als ich den Kleinen Rücken erreiche, geht es über den fast aperen Weg schnell talwärts......

Rückblick









Als ich das Winkelkar verlasse, ist bereit die Winkelkar Alm zu sehen......
Winkelkar Alm











An diesem schönen Plätzchen trinke ich noch was und schaue mir das beeindruckende Winkelkar nochmals an, ehe ich ....
...dieses verlasse.







Es geht abermals über einen kleinen schönen Steig rasant hinunter bis zu einer Forststraße. Dann gleich wieder in einen Steig der sich ....


..... wieder bergwärts wendet. Über Stufen gehts über ein Geröllfeld ......










...In einen Buchwald hinein. Der Steig schlängelt sich anfangs mit Stufen behelfend, dann .....
...über Serpentinen durch den Wald ....


Heuberg







...auf Steilwiesen hinaus....
Der Rücken wird am Waldrand......










....entlang nicht mehr ganz erstiegen, ehe das Gelände wieder ausläuft zur ......
Jovenalm......








Von dieser ist nicht mehr all zu viel über, und so gehe ich ohne nennenswerte Pause  über den Steig hinter der Alm weiter.








Dieser geht durch den Wald abermals in Serpentinen rasch Talwärts bis ich an den Wiesen der Aschinger Alm auf die Forststraße gelange. Leider ist es zum fotografieren fast zu dunkel, so das mir es leider nicht gelingt den Blick über Scheiblingssteinkar zum Scheiblingstein einzufangen...
Ich folge nun im fast Dunklen der Forststraße, die mich in wenigen Gehminuten zurück zur... 









...Aschinger Alm führt, und sich der Kreis somit schließt.....
Kufstein mit Pendling im Hintergrund



Fakten:


- sehr schöne ( heute ) sehr einsame Tour
- technisch bis zur Pyramidenspitze relativ unschwierig
- Abstieg über den Gamsanger bei diesen Verhältnissen sehr prekär und extrem Steinschlag gefährdet
- Steigeisen und GPS vorteilhaft bei diesen Verhältnissen wenn noch nicht begangen 
- Abstieg nur für Trittsichere und erfahrene Bergsteiger 
- großartige Landschaft 
- gute Kondition
- Streckenlänge 21 km
- Aufstieg 2006 hm
- Abstieg 2004 hm
- (M) Reine Gehzeit 6,5 Std



VG AMERANGER



Kommentare:

  1. Respekt "Ameranger". Ich habe mit einem Freund am 03.12.15 die Besteigung der Pyramidenspitze über das Winkelkar versucht. Wegen der schwierigen Routenfindung und vielem Altschnee haben wir die Tour abgebrochen und sind ebenfalls über die Grasnaben auf die Jovenspitze geklettert. So hatten wir dann doch noch ein Gipfelkreuz erreicht und beim Abstieg viele Gämsen beobachtet. VG und ein gutes Bergjahr wünscht dir Schwaeble

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    1. Hallo Schwaeble !

      Ja der Abstieg war nicht ohne und auch nicht ungefährlich. Mit dem GPS ging die Routenführung relativ gut, wobei ich wegen des Schnees auch etwas "abseits" gegangen bin. Aber gänzlich ohne wäre es schon problematisch geworden....

      Die Jovenspitze lohnt sehr finde ich, hab sogar eure Einträge gelesen, ihr wart vor mir die letzten ;-)

      Dir auch viele Grüße und ebenfalls ein gesundes Bergjahr 2016 !!!

      Ameranger

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